Am 3. Mai 2026 fand im Grünen Haus in Ludwigsburg unser mittlerweile dritter gemeinsamer Digital Independence Day zusammen mit dem Ortsverband Ludwigsburg statt. Mit acht Teilnehmer*innen war die Runde überschaubar und bot daher einen schönen Raum für Austausch und praktische Interaktionen.
Zum Einstieg haben wir anhand von zwei kompakten Folien die zentralen Begriffe digitale Souveränität und Open-Source-Software gemeinsam aufgefrischt. Dabei stand im Mittelpunkt, wie wir uns als private Nutzer, Vereine oder als grüner Ortsverband unabhängiger von großen Plattformanbietern machen können und welche konkreten Alternativen es gibt.
Im anschließenden Workshop-Teil wurde es dann praktisch – demonstriert am Beispiel unseres Remsecker Ortsverbands. Im Fokus stand dabei die Plattform Nextcloud, die sich als leistungsfähige und datenschutzfreundliche Alternative zu kommerziellen Cloud-Diensten etabliert hat.
Zu Beginn gab es eine Einführung in die grundlegende Funktionsweise von Nextcloud, unterstützt durch ein anschauliches Diagramm. Wir haben dabei erläutert, wie man entweder durch das Anmieten eines Servers oder durch den Betrieb auf eigener Hardware zu einer eigenen Nextcloud-Instanz gelangen kann.
Anschließend haben wir anhand konkreter Beispiele gezeigt, wie die Arbeit mit Dateien in Nextcloud funktioniert. Besonders anschaulich war dabei die Möglichkeit zur gleichzeitigen und kollaborativen Bearbeitung von Dokumenten. Ob Helferlisten organisieren oder Veranstaltungsfotos sammeln und teilen – viele typische Anwendungsfälle aus der Praxis konnten direkt nachvollzogen werden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Einrichtung der Nextcloud-Anwendungen auf verschiedenen Geräten. Wir haben sowohl auf einem Windows-Rechner als auch auf einem Linux-PC demonstriert, wie die PC-App eingerichtet wird. Ergänzend dazu wurde die Nutzung auf dem Smartphone gezeigt. Besonders hilfreich ist hier die automatische Synchronisation von Fotos und Dateien – ein klarer Vorteil, wenn ein Gerät verloren geht oder beschädigt wird.
Darauf aufbauend haben wir uns mit weiteren Funktionen von Nextcloud beschäftigt, darunter Aufgabenmanagement, Kalender, Adressbücher und zusätzliche Apps. Diese Werkzeuge bieten eine solide Grundlage für eine strukturierte, digitale Zusammenarbeit im Ortsverband.
Abgerundet wurde der Workshop durch die Vorstellung weiterer Open-Source-Lösungen, die wir im Verlauf genutzt oder besprochen haben:
- Nextcloud – Plattform für Cloud-Speicher und Zusammenarbeit
- Nextcloud Deck – einfache und praktische Aufgabenverwaltung
- RustDesk – Fernzugriffslösung für den PC und Mobiltelefone, die wir zur Demonstration auf dem Beamer genutzt haben
- VirtualBox – Virtualisierungslösung zur Demonstration einer Installation
Der dritte Digital Independence Day hat erneut gezeigt, dass digitale Souveränität keine abstrakte Idee bleiben muss. Mit den richtigen Werkzeugen und etwas Praxis lässt sich Unabhängigkeit konkret umsetzen – ein wichtiger Schritt für eine selbstbestimmte und nachhaltige digitale Infrastruktur in der politischen Arbeit.