Weichen für die Zukunft gestellt
Unter dem Motto „Made in Baden-Württemberg“ kamen am 17. und 18. Oktober 2026 die Delegierten von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg in der Oberrheinhalle der Messe Offenburg-Ortenau zusammen. Neben politischen Debatten und gemeinsamen Begegnungen standen die Wahl eines neuen Landesvorstands, wichtige Satzungsänderungen und zahlreiche politische Anträge auf der Tagesordnung. Auch der Ortsverband Remseck war vertreten.
Ein neuer Landesvorstand für Baden-Württemberg
Die Landesdelegiertenkonferenz (LDK) ist das oberste Beschlussgremium des Landesverbands von Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg. Sie legt die politischen Leitlinien fest und entscheidet über grundlegende organisatorische und personelle Fragen der Partei. Die Delegierten werden entsprechend der Größe ihrer Kreisverbände gewählt.
Für den Kreisverband Ludwigsburg nahmen insgesamt 14 Delegierte und Ersatzdelegierte an der Konferenz teil. Aus dem Ortsverband Remseck wurden am 29. September 2026 Marc Schöchlin und Beate Leutenecker gewählt.
Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die Wahl des neuen Landesvorstands. Als neue Doppelspitze wurden Clara Wellhäußer und Jan-Lukas Schmitt gewählt. Gemeinsam mit Lukas Weber, der als Landesschatzmeister im Amt bestätigt wurde, bilden sie den geschäftsführenden Landesvorstand.
Auch der neue Parteirat wurde gewählt. Ihm gehören 16 Personen an, darunter unsere Bundestagsabgeordnete Dr. Sandra Detzer.
Ein Schwerpunkt der diesjährigen LDK war die Weiterentwicklung der Landessatzung. Mit rund 25.000 Mitgliedern ist der Landesverband so groß wie nie zuvor. Dieses Wachstum ist eine erfreuliche Entwicklung, stellt die Partei aber auch vor neue organisatorische Herausforderungen.
Die innerparteiliche Demokratie lebt von den vielfältigen Möglichkeiten, sich einzubringen und politische Entscheidungen mitzugestalten. Dazu gehören beispielsweise das Antragsrecht für Mitglieder, Orts- und Kreisverbänden sowie durch Landesarbeitsgemeinschaften. Auch Urabstimmungen ermöglichen es den Mitgliedern, über wichtige Fragen direkt zu entscheiden. Zuletzt wurde dieses Instrument bei der Abstimmung zur Nutzung von Palantir genutzt.
Solche Beteiligungsmöglichkeiten sind ein wichtiger Bestandteil grüner Parteikultur. Gleichzeitig erfordern sie einen erheblichen zeitlichen und organisatorischen Aufwand für die Landesgeschäftstelle und auch auf den Landesdelegiertenkonferenzen durch deren Debatte und Abstimmung. Deshalb wurden in Offenburg zahlreiche Änderungen der Satzung beschlossen, um die Strukturen des Landesverbands an seine heutige Größe und die Möglichkeiten digitaler Beteiligung anzupassen.
Dabei ist wichtig: Ziel der Reformen ist nicht, den Einfluss der Basis zu schwächen, sondern die Beteiligung der Mitglieder auch in einer großen Partei dauerhaft zu stärken. Eine wichtige Aufgabe des neuen Landesvorstands wird es deshalb sein, bessere Möglichkeiten für Vernetzung, Austausch und Mitgestaltung zu schaffen.
Gerade effizientere digitale Prozesse können dazu beitragen, Diskussionen zugänglicher zu machen, Wissen und Erfahrungen besser zu nutzen und die vorhandene Energie und Expertise der Mitglieder stärker in die politische Arbeit einzubringen. Die beschlossenen Änderungen sollen dafür eine Grundlage schaffen.
Politische Debatten mit Blick auf die Zukunft
Am zweiten Konferenztag wurden sieben weitere Anträge beraten und entschieden. Die Themen zeigten die inhaltliche Breite der grünen Politik in Baden-Württemberg.
Auf der Tagesordnung standen unter anderem ein Antrag zur Einleitung eines Prüfverfahrens zur Verfassungsmäßigkeit der AfD vor dem Bundesverfassungsgericht, verschiedene Anträge zur digitalen Souveränität, Klimaschutz durch Schienenverkehr sowie die Rolle und Stärkung der Jugendgremien im Land. Auch Fragen der Sicherheitspolitik in Baden-Württemberg und die Aufarbeitung des innerparteilichen Prozesses rund um die Palantir-Thematik wurden diskutiert.
Ein Bezug zu unserer Region ergab sich beim Thema digitale Souveränität. Marc Schöchlin stellte für den Kreisverband Neckar-Bergstraße den Antrag „Für digitale Souveränität in Baden-Württemberg: Wir schützen und stärken unsere Sicherheit und Infrastruktur!“ vor.
Digitale Souveränität ist eine zentrale Zukunftsfrage: Wie können öffentliche Einrichtungen wie z.B. Behörden ihre digitale Infrastruktur flexibel, selbstbestimmt, unabhängig, sicher und wirtschaftlich gestalten? Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen ist für ein wirtschaftlich und technologisch starkes Bundesland wie Baden-Württemberg von großer Bedeutung.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Die 47. Landesdelegiertenkonferenz hat wichtige Entscheidungen für die kommenden Jahre getroffen. Mit einem neu gewählten Landesvorstand, einer weiterentwickelten Satzung und Beschlüssen zu zentralen politischen Herausforderungen hat der Landesverband die Grundlage für seine weitere Arbeit gelegt.
Für uns in Remseck zeigt die Konferenz, wie wichtig die Verbindung zwischen der Arbeit vor Ort und den politischen Entscheidungen auf Landesebene ist. Delegierte bringen Perspektiven aus ihren Kreis- und Ortsverbänden ein und wirken daran mit, die politische Ausrichtung der Partei mitzugestalten.
Die Teilnahme als Delegierter ist dabei auch persönlich bereichernd: Man lernt bekannte Gesichter aus der Landespolitik näher kennen, erhält Einblicke in die Hintergründe politischer Entscheidungen und Zusammenhänge und kann mitunter auch eigene Erfahrungen und Fachwissen in die politischen Debatten einbringen.
Unter dem Motto „Made in Baden-Württemberg“ ging es in Offenburg damit nicht nur um die Frage, wofür grüne Politik im Land steht, sondern auch darum, wie wir unsere Partei weiterentwickeln und gemeinsam handlungsfähig bleiben.
Wir nehmen aus Offenburg viele Impulse für die weitere politische Arbeit mit – und freuen uns darauf, die Zukunft unserer Partei und unseres Landes weiterhin aktiv mitzugestalten.