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Unsere Fraktion hat im Juli eine schriftliche Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt zur Umsetzung des Hitzeaktionsplans des Landkreises. Konkret wollten wir wissen: 1. Welche konkreten Maßnahmen hat die Stadt Remseck ergriffen zur Umsetzung des landkreisweiten Hitzeaktionsplans auf kommunaler Ebene? 2. Welche konkreten Maßnahmen plant die Stadt Remseck zur Umsetzung des Hitzeaktionsplans?
Hintergrund
Der Klimawandel ist in vollem Gange was dazu führt, dass die Temperaturen sowie Extremwetter-ereignisse und Hitzewellen weltweit zunehmen. Auch im Landkreis Ludwigsburg steigt die Anzahl an heißen Tagen, was eine zunehmende Gefahr für Bürgerinnern und Bürger darstellt. Insbesondere vulnerable Gruppen, wie ältere Menschen, Kinder, kranke oder pflegebedürftige Personen sind da-bei besonders gefährdet. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig präventive Maßnahmen zu ergrei-fen, um den gesundheitlichen Folgen von Hitze frühzeitig entgegenzuwirken. Daher gibt es für den Landkreis Ludwigsburg seit 2024 einen Hitzeaktionsplan, der die Menschen im Landkreis vor zu starker Hitze und den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken schützen soll.
Derzeitige Umsetzung
Die Stadtverwaltung hat jetzt geantwortet, dass die Stadt Remseck den Hitzeaktionsplan „konsequent in die Praxis“ umsetze und in „ihren Kindertageseinrichtungen, Schulkindbetreuungen, Schulen sowie innerhalb der Verwaltung umfangreiche Schutzmaßnahmen etabliert“ habe. So würden bei Hitzewarnungen des Landratsamts die Kitas unmittelbar durch die Verwaltung informiert, „woraufhin Mitarbeitende und Eltern umgehend Hinweise und Merkblätter zum Verhalten bei Hitze erhalten.“ Dort würden dann Schutzmaßnahmen eingeführt wie
- Frühes Durchlüften bereits vor Öffnung
- Verlegung der Außenaktivitäten in die Morgenstunden
- Aufenthaltsverbot in direkter Sonne
- Einrichtung von Trinkstationen und schattigen Ruhebereichen
- Aktive Erinnerung der Kinder an regelmäßiges Trinken, Eincremen und Einlegen von Sonnenpausen
- Kreative Kühlangebote wie Wasserspiele, Gartenduschen, kühle Tücher oder leichte Erfrischungen wie Wassermelonen und Eis
- Bitte an die Eltern Kinder bei extremer Hitze früher abzuholen
Weiterentwicklung
Die Stadt will den Hitzeschutz strukturell weiterentwickeln und dauerhaft verankern. Geplant sei u.a. „eine intensivierte Sensibilisierung der Einwohnerschaft und der Mitarbeitenden durch Informationen, sowohl im Amtsblatt, als auch in social media und im Internet“.
Bewertung
Wir sehen positiv, dass sich die Stadtverwaltung aktiv mit dem Hitzeschutz beschäftigt. Die Antwort ist uns allerdings zu oberflächlich und kann den Eindruck erwecke, dass alles bestens läut beim Hitzeschutz. Wir denken, dass es für guten Hitzeschutz auch baulicher Veränderungen bedarf. Wir vermuten, dass derzeit nicht in allen Räumen von Kitas und Schulen Beschattung und wirkungsvolle Lüftung möglich sind z.B. wegen fehlender Jalousien an Gebäuden oder zu wenig Bäumen auf dem Schulhof oder dem Spielplatz. Besondere Herausforderungen für den Hitzeschutz dürften sich insbesondere bei einem Ganztagsbetrieb mit 10 Stunden Betreuung ergeben.
Ein Anfang beim Hitzeschutz ist gemacht. Wir versprechen uns durch Diskussionen von und mit Einwohnern, Eltern und Mitarbeitenden der Stadt weitere Maßnahmen für verbesserten Hitzeschutz in unserer Stadt.