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Starkregen, also sehr viel Niederschlag in kurzer Zeit, oder wochenlang kein Regen, das sind Erscheinungen des Klimawandels, die zunehmen. Auch bei uns in Remseck. Doch wie können wir uns als Landwirte, Waldbewirtschafter und Gartenbesitzer darauf einstellen?
Viele praktische Beispiele und experimentelle Ansätze findet man auf dem Krameterhof im Lungau (Land Salzburg, Österreich), einer niederschlagsarmen Gegend. „Wasser ernten, speichern und verteilen“ ist einer der Leitsprüche des Hofes. Der Bergbauernhof wird seit vier Generationen von der Familie Holzer bewirtschaftet, aktuell ist es Josef Andreas Holzer. Sein Vater Sepp Holzer ist vielen bekannt als Agrar-Rebell. Er hat die Permakultur in Mitteleuropa bekannt gemacht und verbreitet. Permakultur ist laut Dr. Bernd Lötsch (Universität für Bodenkultur Wien) „der gelenkte Zufall scharfsichtiger Naturbeobachter. Erfolg ist, von den Zinsen der Natur zu leben, statt von ihrem Kapital.“
Auf dem Krameterhof wird nicht nur Landwirtschaft betrieben, die Holzers bieten auch Führungen und Lehrgänge an. Darüber hinaus betreibt Josef Holzer ein international tätiges Beratungs- und Planungsbüro. Auf Einladung der Stadt Remseck hielt er Mitte Oktober einen spannenden Online-Vortrag zum Thema Permakultur und Wassermanagement. Nach einer Einführung in Geschichte und Wesen der Permakultur stellte er seinen eigenen Hof ausführlich vor. Immer wieder betonte er, dass viele Lösungen denkbar und möglich sind und eine Diversifizierung auf der Grundlage der Potentiale der jeweiligen Fläche wichtig sei. So kann Wasserretention beispielsweise durch Anlegen von Baumstreifen, Mulchen und Zwischenspeicherungen erfolgen.
Welche Lösungen sind in der Remsecker Kulturlandschaft denkbar und möglich? Ein konkretes Projekt mit lokalen Akteuren soll dies herausfinden. Es findet in Verbindung mit dem Verband Region Stuttgart statt, wird inhaltlich und wissenschaftlich begleitet von der Hochschule Biberach und finanziell gefördert über ein EU-Programm namens NONA (New Governance for New Spaces). Beteiligt sind außerdem die Fachgruppe Grünplanung der Stadt Remseck, der Landschaftserhaltungsverband, die Forstbehörde, Landwirte, NABU sowie weitere sachkundige BürgerInnen aus Remseck. Als Remsecker Grüne werden wir das Projekt aufmerksam verfolgen und uns nach Möglichkeit einbringen.