Wohnungsbau und Klimaschutz miteinander verbinden – Stellungnahme der Grünen Fraktion zur Entwicklung am Karl-Rohm-Weg in Neckargröningen
Der Gemeinderat hat in seiner vorletzten Sitzung den Aufstellungsbeschluss für den „Vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nachverdichtung Karl-Rohm-Weg“ in Neckargröningen gefasst. Damit beginnt ein Verfahren, in dem die unterschiedlichen Belange sorgfältig gegeneinander abzuwägen sind. Dazu gehören der Bedarf an Wohnraum ebenso wie der Erhalt innerörtlicher Grünstrukturen, der Klimaschutz und eine verträgliche städtebauliche Entwicklung oder anders ausgedrückt: Wir haben hier einen Zielkonflikt zwischen Wohnungsbau und Klimaschutz. Diesen Zielkonflikt müssen wir lösen!

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüßt grundsätzlich, dass Wohnraum geschaffen werden soll. Angesichts des hohen Bedarfs ist es eine wichtige kommunale Aufgabe, Möglichkeiten für neue Wohnungen zu prüfen. Gleichzeitig müssen wir uns fragen, welche Flächen dafür geeignet sind und wie eine Bebauung gestaltet werden kann.
Bei der Fläche am Karl-Rohm-Weg handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Baulücke. Über viele Jahrzehnte hat sich dort eine parkähnliche Grünstruktur mit wertvollem altem Baumbestand entwickelt. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Hitzeperioden haben solche innerörtlichen Grünflächen eine besondere Bedeutung. Große, ausgewachsene Bäume tragen zur Kühlung des Umfelds bei, verbessern das Mikroklima und bieten wichtige Lebensräume. Diese Funktionen können durch Ersatzpflanzungen nicht kurzfristig wiederhergestellt werden.
Eine mögliche Bebauung stellt deshalb besondere Anforderungen an die Planung. Dabei geht es nicht darum, eine Entwicklung grundsätzlich zu verhindern, sondern darum, eine Lösung zu finden, die den unterschiedlichen Interessen gerecht wird. Die Frage ist nicht nur, ob gebaut werden kann, sondern wie viel Bebauung an diesem sensiblen Standort verträglich ist.
Aus Sicht der Grünen Fraktion sollte deshalb geprüft werden, ob eine umfassendere städtebauliche Betrachtung des Bereichs möglich ist. Die Einbeziehung angrenzender unbebauter Teilflächen könnte die Chance bieten, eine langfristige Gesamtlösung zu entwickeln. Eine solche Planung könnte eine verträgliche Bebauung ermöglichen, den Erhalt prägender Grünstrukturen unterstützen und gleichzeitig zusätzliches Baurecht schaffen. Auch die Gestaltung der Gebäude, die Einfügung in das gewachsene Ortsbild sowie die Auswirkungen auf Verkehr und Parksituation müssen frühzeitig berücksichtigt werden.
Die Diskussion um das Wohnbauprojekt am Karl-Rohm-Weg Entwicklung oder anders ausgedrückt: Wir haben hier einen Zielkonflikt zwischen Wohnungsbau und Klimaschutz. Diesen Zielkonflikt müssen wir lösen!
steht beispielhaft für eine Herausforderung, der sich viele Kommunen stellen müssen: Wir brauchen neuen Wohnraum, gleichzeitig werden innerörtliche Grünflächen angesichts des Klimawandels immer wertvoller. Klimaschutz und Wohnungsbau dürfen deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Die Mitglieder der Grünen Fraktion haben den Aufstellungsbeschluss unterschiedlich bewertet. Zwei Mitglieder haben dagegen gestimmt, ein Mitglied hat sich enthalten, ein Mitglied hat zugestimmt. Diese unterschiedlichen Einschätzungen zeigen, dass die Abwägung der verschiedenen Belange nicht einfach ist.
Für die weitere Planung ist entscheidend, dass alle Möglichkeiten geprüft werden, um Wohnraum zu schaffen und zugleich die besonderen Qualitäten dieses Ortes zu berücksichtigen. Unser Ziel bleibt eine nachhaltige Entwicklung, die den Menschen in Neckargröningen gerecht wird – heute und in Zukunft.