Seit bekannt geworden ist, dass die Ortsteilbüchereien in Hochberg, Hochdorf und Aldingen geschlossen werden sollen, weil Remseck wegen leerer Kassen sparen muss, gibt es einen Sturm der Entrüstung mit mittlerweile über 1.600 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern, die sich gegen eine Schließung aussprechen.
Wir, die Fraktion der Grünen in Remseck, sind uns bewusst, dass die Schließung der Büchereien in Zeiten schwindender Lesekompetenz bei Kindern und Jugendlichen nur schwer nachvollziehbar ist. Gleichzeitig muss in Zeiten leerer Kassen angefangen werden zu sparen. Remseck muss aufgrund seiner dezentralen Struktur viel Infrastruktur mehrfach vorhalten, die in „normalen“ Kommunen so nicht vorgehalten werden muss. So bietet Remseck für jeden Ortsteil eine Grundschule, eine Sporthalle oder einen Friedhof. Auch der öffentliche Nahverkehr ist komplex, jedoch gut ausgebaut. Diese Infrastruktur kostet und soll auch in Zukunft erhalten bleiben. Vor diesem Hintergrund stellt sich nun die Frage, wie es mit den Ortsteilbüchereien weitergehen soll.
Wir unterstützen die Bürgerinnen und Bürger nachdrücklich, die nun auf die Wichtigkeit eines dezentralen Angebots hinweisen, in ihrem Ansinnen, dass die Büchereien nicht „ersatzlos gestrichen“ werden sollen. Das Beispiel Pattonville zeigt, dass auch durch Engagement der Bürgerinnen und Bürger ein Angebot aufrechterhalten werden kann. Auch unterstützen wir ausdrücklich, dass der Beschluss der Schließung nun erst einmal ausgesetzt wird, um in einem konstruktiven Dialog zwischen Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerinnen und Bürgern Wege zu finden, dass ein Angebot in irgendeiner Form aufrechterhalten bleibt. Zeitdruck darf es dabei nicht geben, dafür ist das Thema zu wichtig.
Uns Grünen sind dabei vor allem die Grundschüler und die Kita-Kinder wichtig, da es bei ihnen möglichst niedrige Hemmschwellen geben sollte – hier wird der Grundstock der Lese- und Sprachkompetenz gebildet. Warum sollte es nicht möglich sein, ein Angebot – welcher Art auch immer – direkt in den Grundschulen oder Kitas vorzuhalten?
In Diskussionen der vergangenen Tage mit Bürgerinnen und Bürgern wurde auch deutlich, wie wichtig die Hochberger Bücherei als sozialer Treffpunkt ist. Möglicherweise ergeben sich neue Chancen im ehemaligen evangelischen Gemeindezentrum in Hochberg, das die Stadt im Rahmen der Einführung der Ganztags-Grundschule angemietet hat, oder auch in der Alten Gemeindehalle.
Begeben wir uns auf einen gemeinsamen Weg, an dessen Ende eine gute Versorgung der Bürgerinnen und Bürger von Remseck in allen Ortsteilen stehen wird. Wir Grünen freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit.