Der Stromausfall, der durch das Umspannwerk Aldingen am 12.07.2026 und am Folgetag verursacht wurde, zeigt anschaulich, dass auch scheinbar kleine Ereignisse empfindliche Auswirkungen haben können. In diesem Fall waren es der durch die lange Trockenphase bedingte Brand einer Wiese und ein kleiner Funke, vermutlich durch eine achtlos weggeworfene Zigarette. Neben den weiträumigen und langanhaltenden Stromausfällen in Aldingen, Pattonville und den umliegenden Gemeinden wirkte sich dies auch direkt und an den Folgetagen auf die Nutzbarkeit des Mobilfunknetzes aus.
Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr und von Netze BW haben zügig und zuverlässig reagiert und unter Hochdruck an der Versorgung gearbeitet. Dafür bedanken wir uns ausdrücklich.
Eines ist klar: Die Klimakrise ist inzwischen auch in Remseck spürbar. Das Risiko, dass sich solche außergewöhnlichen Wetterereignisse in den kommenden Jahren häufen, nimmt zu. Hitze wird zunehmend zum Problem für uns alle.
Deshalb hat die Fraktion der Grünen im Remsecker Gemeinderat bereits letztes Jahr, am 21. Juli 2025, bei der Stadtverwaltung angefragt, welche konkreten Maßnahmen die Stadt Remseck bisher zur Umsetzung des landkreisweiten Hitzeaktionsplans ergriffen hat bzw. welche konkreten Planungen diesbezüglich bestehen.
Bei dieser Anfrage lag unser Fokus vor allem auf dem Schutz der Menschen vor zu starker Hitze und den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken. Der Hitzeaktionsplan sieht unter anderem Maßnahmenpläne für Kommunen, Kitas und Schulen vor. Diese umfassen interne und externe Informationskaskaden, Warnstufen und konkrete Hitzeschutzmaßnahmen.
Zu den bestehenden präventiven Schutzmaßnahmen für Grundschulen, Kindertageseinrichtungen und Schulkindbetreuungen zählen das frühe Durchlüften vor Schulöffnung, die Verlegung von Außenaktivitäten in die Morgenstunden, kreative Kühlangebote und die Bitte an die Eltern, ihre Kinder bei extremer Hitze früher abzuholen. Für städtische Mitarbeitende und die Stadtverwaltung wurden beispielsweise Trinkwasserspender eingeführt. Den Mitarbeitenden der Technischen Dienste stehen unter anderem Sonnencreme, Kopfbedeckungen und angepasste Arbeitszeitregelungen zur Verfügung.
Als geplante Maßnahmen der Stadtverwaltung wurden eine intensivierte Sensibilisierung der Einwohner und Mitarbeitenden sowie die Erarbeitung eines ganzheitlichen Hitzeschutzkonzepts in Aussicht gestellt.
Das sind zweifellos sinnvolle und kostengünstige Maßnahmen, die im Detail sicher noch verbessert und präzisiert werden können. Beispielsweise könnten die in den sozialen Medien mitgeteilten Notfalltreffpunkte konkreter mit genauer Adresse und Details zum Unterstützungsangebot beschrieben werden.
Die aktuellen Stromausfälle und Störungen im Mobilfunknetz haben jedoch klar gezeigt, dass Hitzeschutz letztendlich ein Infrastrukturthema ist. In einer solchen Situation ist verfügbare Infrastruktur nicht nur wichtig, um mit der Bevölkerung im Austausch zu bleiben, sondern vor allem auch, um die Bürger der Stadt vor den Gefahren großer Hitzewellen zu bewahren.
Der Schutz von Kindern, Senioren und anderen vulnerablen Gruppen muss im Vordergrund stehen. Neben einem gut ausgearbeiteten Hitzeaktionsplan gehören dazu auch Infrastrukturmaßnahmen wie eine robuste Stromversorgung und eine bessere Verschattung stark versiegelter, öffentlicher Plätze.
Aus unserer Sicht greifen die aktuell etablierten und geplanten kostengünstigen Maßnahmen zu kurz. Wir müssen davon ausgehen, dass sich Hitzephasen wie die vergangene in Zukunft eher häufen als verringern werden. Angesichts der angespannten Haushaltslage ist man möglicherweise geneigt, den Handlungsbedarf zu verdrängen und sinnvolle Investitionen in die Zukunft zu verschieben. Der Preis, den diese Vorgehensweise jedoch erfordert, ist unserer Meinung nach zu hoch.
Wir wünschen uns einen konsequenteren Umgang mit dieser Thematik und werden das Thema weiter im Fokus behalten.